13.04.2011

Lörnie Award zeigt E-Learning-Potenziale auf

Wien (APA-ZukunftWissen) - Die Auseinandersetzung mit neuen Zugängen zum Unterrichten stellt Lehrer vor vielschichtige Herausforderungen. Wie Pädagogen mit den Möglichkeiten zur Aufbereitung von Lehr- und Lerninhalten im digitalen Bereich umgehen, zeigte der bereits zum 8. Mal vom Unterrichtsminsterium

(BMUKK) im Rahmen von bildung.at ausgeschriebene "Lörnie Award".

 

Der Wetttbewerb richtet sich an Unterrichtende, die sich mit der Gestaltung von elektronischen Lernmaterialien auseinandersetzen und diese auf innovative Art in ihrem Unterricht einsetzen. Eingereicht werden können Lehrmaterialien, die entweder von einer Lehrperson selbst, oder in Kooperation mit Schülern gestaltet wurden und in elektronischer Form vorliegen. Im Rahmen der Preisverleihung am 12. April in Wien wurden die Preise in den Kategorien "Allgemeine Gegenstände/Creativity Culture", "Humanwissenschaften/Naturwissenschaften", "Sprachen" und "Technik und Wirtschaft", sowie in fünf Sonderpreiskategorien vergeben.

 

   Fokus auf Anwendungsorientierung

 

Die benutzerfreundliche Umsetzung der Inhalte ist Grundvoraussetzung, da neben einem stringent aufbereiteten didaktischen Konzept, das einem "roten Faden" folgt, die Materialien auch ohne technische Zusatzkenntnisse verwendbar und verständlich sein sollen. Heidrun Strohmeyer vom BMUKK illustrierte den Ansatz bei der Preisverleihung mit dem Motto "Der Köder muss dem Fisch schmecken" und strich damit nochmals hervor, dass es um Form und Inhalt geht und nicht nur die technische Lösung die Qualität der Einreichungen ausmache, sondern vor allem die dahinterstehenden didaktischen Konzepte stimmen müssen.

 

Für den heurigen Wettbewerb wurden insgesamt 85 Arbeiten eingereicht. Bewertet wurden die Materialien durch eine 20-köpfige Fachjury, die sich einerseits aus Unterrichtenden mit umfangreicher Erfahrung im E-Learning-Bereich und andererseits aus Experten zum Thema computerunterstützter Unterricht aus der Wirtschaft und dem Bildungswesen zusammensetzt. Die Juroren bewerteten die Arbeiten sowohl hinsichtlich der "Qualitätskriterien für eContent", als auch bezüglich der "Originalität des Zugangs zur jeweiligen Thematik".

 

   Die Gewinner des Lörnie Award 2011

 

In der Kategorie "Allgemeine Gegenstände/Creativity Culture"

setzten sich die prämierten Einreichungen durchwegs mit Thematiken aus dem Pflichtschulbereich wie dem spielerischen Zugang zum Erlernen des Kleinen Einmaleins, dem Thema Dinosaurier im Sachunterricht und dem Grammatiklernen auseinander. Das Rennen um den ersten Platz machte die Oberösterreicherin Tamara Rachbauer mit ihrem Projekt "DinO-Learning", vor Angela Schlagers "1x1-Klick" und Alois Schaberls "Ein Fall für alle Fälle".

 

Im Bereich "Human- und Naturwissenschaften" konnte sich der "Moodle-Kurs Mathematik" für die 7. Klasse Realgymnasium von Andreas Lindner aus Oberösterreich durchsetzen, der diverse fachspezifische Inhalte für interaktiven Unterricht und selbstgesteuertes Lernen bereitstellt. Platz zwei belegte das Projekt "Entdeckendes Lernen im Geometrieunterricht der 6. Schulstufe" von Paula Pöchtrager. Den dritten Platz sicherte sich das interaktive Lern- und Übungsprogramm "Österreich" von Franz Roth.

 

   "The World of Robin Hood or How to be Cybersmart" heißt der Siegerbeitrag in der Kategorie "Sprachen". Die Gestalterin Rowena Hametner kommt ebenfalls aus Oberösterreich und lässt in dieser E-Learning-Sequenz Aspekte des Safer Internet in den Englischunterricht einfließen. Den zweiten Platz erreichte Marianne Wagner mit dem Projekt "Einsatz des Webdienstes VOKI im Sprachunterricht", auf Platz drei folgte Elisabeth Murers Projekt "Namenwörter".

 

Mit dem Online-Spiel "Der Kaufmann von Venedig" sicherte sich der Salzburger Uwe Gutwirth den ersten Platz im Bereich "Technik und Wirtschaft". Das Projekt soll auf spielerische und unterhaltsame Art das Verständnis für Handel und Wirtschaft fördern. Platz zwei ging an "Easy4Me" von Christian Klotz, Platz drei an die "Web 2.0 Suite"

von Andreas Hofer.

 

   Eine Social Media-Zeitreise in die 60er

 

Mit seiner Auseinandersetzung mit den 60er-Jahren zeigte Peter Leitl wie man Facebook im Unterricht gezielt einsetzen kann und wie auf diesem Weg Medienkompetenz, Teamfähigkeit und Wissenserwerb gefördert werden können. Das Projekt "Die 60er Jahre - The 60's" überzeugte die Jury und trug den Sonderpreis "Social Media" davon.

Der Sonderpreis für "Gendergerechte Aufbereitung" ging an das "Vernetzungsprojekt_Volksschule_2011" von Martin Frast. Weitere Sonderpreise gingen an Petra Ilias ("Über Farben und Grenzen") und die "Gruppe Angepasste Technologie" und ihr Projekt "e-genius".

 

Die Auszeichnung für "Besondere Verdienste um den computergestützten Unterricht" erhielt heuer Herbert Paukert, dessen Autorensystem "PAUMEDIA" den computergestützten Unterricht in Österreich seit Jahren fördert und bereichert, heißt es in der Aussendung.

 

   Professionalisierung und Weiterentwicklung

 

Das BMUKK verzeichnete heuer zwar einen leichten Rückgang an Einreichungen, sieht aber einen Trend in Richtung umfangreicherer Arbeiten und einem zunehmend professionelleren Umgang mit elektronischen Lernplattformen und interaktiven Lernumgebungen seitens der teilnehmenden Anwender. Die Veranstalter des Wettbewerbs betonen auch, dass einige Content-Autoren mittlerweile zu routinierten Erstellern von multimedialen Lerninhalten geworden seien, was daran zu erkennen sei, dass sich manche Autoren bereits mehrmals erfolgreich am Lörnie Award beteiligt hätten.

 

Zudem ortet man eine dynamische Entwicklung hin zu neuartigen Herangehensweisen an verschiedenste Themen mit Hilfe von Social Media und anderer innovativer Tools im alltäglichen Unterricht.

Diesem Aspekt trägt beispielsweise auch der Sonderpreis "Social Media" Rechnung.

 

Die Fotos dieser Veranstaltung sind hier abrufbar!

 

Service: Weitere Informationen:

http://loernie.bildung.at/

http://www.e-teaching-austria.at/art_sammlung/3138.php;