08.06.2011

Kinderunis wollen Lust auf späteres Studium machen

Wien (APA) - Es hat schon Tradition, dass die österreichischen Universitäten und Forschungseinrichtungen Kinder und Jugendliche in den Sommerferien zum Forschen und Studieren einladen. Ziel ist dabei laut Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) neben einer Sichtbarmachung von Wissenschaft auch, die Faszination und Begeisterung für Forschung unter den jungen Menschen zu erhalten, um sie "nach der Matura schließlich wieder an den Universitäten und Fachhochschulen zu sehen", so Töchterle bei einer Pressekonferenz in Wien.

 

   Für Töchterle sind die Kinderunis eine "Erfolgsgeschichte", bei der "Neugierde und Freude im Vordergrund stehen". Das Wissenschaftsministerium hat die Angebote der Unis und Fachhochschulen für Kinder und Jugendliche seit 2004 mit rund 2,7 Mio. Euro gefördert. Dabei hätten seit 2008 rund 60.000 junge Menschen vom Angebot profitiert.

 

   Kinder mit Migrationshintergrund erreichen

 

   Wichtig sei im Zusammenhang mit den Kinderunis auch der Anspruch, "damit gerade auch Kinder aus bildungsfernen Schichten und mit Migrationshintergrund anzusprechen". Vor neun Jahren ging die Kinderuni Wien mit 1.000 Teilnehmern an den Start, so Karoline Iber, Geschäftsführerin des Kinderbüros Uni Wien. Mittlerweile nehmen jährlich etwa 4.000 Kinder an der Kinderuni Wien teil. Die Kinderuni-Bewegung habe "längst die österreichischen Grenzen überschritten".

 

   So gibt es etwa nun auch das Europäische Netzwerk der Kinderunis, das von 30 Organisationen aus 16 europäischen Ländern gegründet wurde. Mehr als 140 Kinderuni-Projekte sind mit dem vom Kinderbüro der Universität Wien koordinierten Netzwerk assoziiert. Als Ausstellungseinrichtung engagiert sich das Technische Museum seit 2006 bei der Kinderuni Wien. Heuer liegen die Themenschwerpunkte bei den Rohstoffen der Erde. Zudem könne man sich als "Hardware-Hacker" auf die Spuren da Vincis begeben, so Museumsdirektorin Gabriele Zuna-Kratky, die auch Mitglied der Kinderuni-Jury im Wissenschaftsministerium ist.

 

   Zahlreiche Angebote

 

   Wer im Sommer an einem der zahlreichen Kurse teilnehmen will, hat die Qual der Wahl. Im Folgenden ein Überblick über das Angebot:

 

   Mit jährlich rund 4.000 Teilnehmern zählt die Kinderuni Wien zu den größten sommerlichen Forschungsevents für junge Menschen.

Chemie, Umwelt, Wald und Gesundheit - so lauten die thematischen Schwerpunkte bei der KinderUni Wien von 11. bis 23. Juli.

 

   Sie umfasst Angebote von der Universität Wien, der Medizin-Uni Wien, der Technischen Uni Wien und der Uni für Bodenkultur. Auch das Technische Museum Wien beteiligt sich an der Kinderuni Wien, etwa mit einem Workshop zum Thema "Vom Rohstoff zum Alltagsgegenstand".

Die mehr als 500 Lehrveranstaltungen aller Fachdisziplinen sind für Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren konzipiert.

(http://www.kinderuni.at).

 

   Die von der Universität für angewandte Kunst Wien veranstaltete KinderuniKunst findet von 4. bis 8. Juli statt und richtet sich an Kinder von sechs bis 14 Jahren. (http://www.kinderunikunst.at)

 

   An der Uni Innsbruck startet am 13. Juli die Kinder-Sommer-Uni.

Bis zum 8. September werden in Zusammenarbeit mit dem Innsbrucker Ferienzug Jungforschern Angebote gemacht, darunter Experimente aus Physik, Technik und Biologie.

(http://www.uibk.ac.at/jungeuni/ver_kindersommeruni.html)

 

   Eine Workshopwoche bietet die Kinderuni/Junioruni Graz im Sommersemester für neun bis 19-Jährige von 27. Juni bis 01. Juli an. Unter den Themen finden sich etwa "Gifte im Alltag und im Beruf" sowie die "Faszinierende Welt der Spinnen".

(http://www.kinderunigraz.at)

 

   Von 11. bis 15. Juli findet zum sechsten Mal die Junge Uni an der Fachhochschule (FH) Krems statt. Heuer ist das Motto "Double MINT" und richtet sich an jene Elf- bis 14- jährigen, die wissen wollen, was Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik mit einem doppelt-frischen Kaugummi zu tun haben.

(http://jungeuni.fh-krems.ac.at/news-aktuelles/junge-uni-der-fh-krem s -2011)

 

   Die achte KinderUniSteyr (OÖ) findet von 29. August bis 1. September statt und steht unter dem Motto "Energie-Klima-Leben".

(https://www.kinderunisteyr.at/index.php?id=2)

 

   Summer Science Camps bietet wieder das Vienna Open Lab an. Die fünftägigen Praktika zum Thema Molekularbiologie können von Elf- bis 13-Jährigen (18.-22. Juli, 1.-5. August) und 14- bis 16-Jährigen (8.-12. August) besucht werden.

(http://www.viennaopenlab.at/angebot_summer_camps.php)

 

   Zum 3. Mal findet die "Junge Uni Waldviertel" (NÖ) statt, nämlich von 15. bis 19. August am Campus Raabs. Heuer dreht sich das Angebot für die Elf- bis 14-Jährigen um "Technik", etwa die Frage, in welchen Lebensbereichen sie eine mehr oder weniger tragende Rolle spielt und ob noch irgendetwas ohne Technik geht.

(http://www.jungeuni-waldviertel.at)