29.06.2011

Broschüre soll beim Umgang mit neuen Medien helfen

Wien (APA) - Kinder, die in den vergangenen 15 Jahren geboren wurden, wachsen mit neuen Medien auf. Der Umgang mit Handy, Computer und Internet ist für sie selbstverständlich. Doch das birgt auch Gefahren: Computersucht ist hier unter anderem zu nennen. Das Institut für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien hat nun eine 36 Seiten starke Broschüre herausgegeben, die der Elterngeneration helfen soll, auf den richtigen Umgang ihres Nachwuchses mit Computer und IT zu achten. Die Broschüre wurde am Dienstag (28. Juni) vorgestellt.

 

   Auf 36 Seiten im Format A5 erhalten Eltern und Erziehungsverantwortliche Informationen über die Nutzung von neuen Medien und deren Chancen, Risiken und Gefährdungen für Kinder. Sie erfahren, was Sucht ist, wie sie entsteht und wie erste Anzeichen eines problematischen Verhaltens früh erkannt werden können.

 

   Die Alarmzeichen von Eltern sollten schrillen, wenn beispielsweise die Leistungen in der Schule nachlassen und die Kinder häufig unruhig, nervös oder launenhaft sind. Auch wenn der Gesundheitszustand nachlässt, die Kinder dauerhaft wenig konzentriert sind, geringes Interesse an ihrer Umwelt zeigen und soziale Kontakte verlieren, könnten das Anzeichen für Suchtverhalten sein.

 

   Ratschläge für Eltern

 

   Die Broschüre liefert schließlich zahlreiche Expertentipps.

Einige Punkte:

 

   - Ermöglichen Sie Ihren Kindern, eigene Erfahrungen mit dem Computer zu sammeln, und unterstützen Sie Ihr Kind, wenn es Hilfe braucht. Platzieren Sie den Computer am besten an einem zentralen Ort, denn Computer gehören nicht ins Kinderzimmer.

 

   - Achten Sie auf ein gutes Gleichgewicht zwischen der Zeit, die Ihr Kind im Internet und bei Computerspielen verbringt, und der Zeit für andere Freizeitaktivitäten. Volksschulkinder sollten maximal 45 Minuten, Elf- bis Dreizehnjährige maximal 60 bis 90 Minuten pro Tag online sein oder am Computer spielen (allgemeine Empfehlung).

 

   - Spielen Sie mit Ihren Kindern gemeinsam am Computer oder surfen Sie gemeinsam im Internet. Mit der Installation eines Filterprogramms schützen Sie Ihr Kind vor ungeeigneten Inhalten.

 

   - Treffen Sie keine zu strikten Regelungen für einen Tag, das kann zu Frustration bei Ihrem Kind führen. Besser ist es, wenn Sie das Gesamtbudget der wöchentlichen Medienzeit im Verhältnis zu anderen Aktivitäten im Blick haben.

 

   - Der Schutz der Privatsphäre ist im Web 2.0 eine große Herausforderung. Daher ist es wichtig, dass Sie als Eltern Ihren Kindern auch zeigen, wie sie sich vor möglichen Risiken und Gefährdungen schützen können.

 

   - Eignen Sie sich Wissen an. Wissen reduziert Ängste und gibt Sicherheit. Es gibt vielfältige Beratungsangebote und Informationsmöglichkeiten in Wien. Geben Sie Ihr Wissen alters-adäquat an Ihr Kind weiter. Zeigen Sie Interesse. Nehmen Sie auch das Wissen Ihres Kindes an und lernen Sie voneinander.

 

   - Seien Sie Vorbild und setzen Sie angemessene Grenzen - Grenzen fördern eine klare Haltung und geben Sicherheit. Vereinbaren Sie Regeln am besten gemeinsam mit Ihrem Kind und überdenken Sie diese von Zeit zu Zeit.

 

   Service: Die Broschüre kann kostenlos unter http://isp.drogenhilfe.at, Link Bestellungen, bezogen werden.