19.10.2011

"In Arbeit": Ausstellung im Technischen Museum rund ums Arbeitsleben

Wien (APA) - Eine zeitgemäße, erfrischend moderne, witzige und auf Wissensvermittlung ausgerichtete Ausstellung öffnet am 21. Oktober ihre Pforten im Technischen Museum Wien: "In Arbeit" lautet der Titel der 1.300 Quadratmeter füllenden Schau rund um ein Thema, das alle betrifft. Ein großer Teil der Ausstellungsfläche entfallen auf einen interaktiven Mitmachbereich, der nicht zuletzt dank einer Vielzahl an Sponsoren mit neuester Technik glänzt. Der kulturhistorische Teil der Schau ist vier Jahre lang zu sehen, die Mitmachausstellung bleibt bis Ende Juni 2012. Als Highlight ist erstmals ein "bionischer Rüssel" zu sehen.

 

   Zwei Jahre lang wurde an der eigenes für das Haus konzipierten Ausstellung gearbeitet, ein halbes Dutzend Kuratoren zeichnen dafür verantwortlich. "Das ist vielleicht ungewöhnlich, doch so sind sehr unterschiedliche Auffassungen von Arbeit in der Ausstellung repräsentiert", erläutert der wissenschaftliche Leiter der Schau, Hubert Weitensfelder, im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien. Rund 50.000 Werke des Sammlungsbereichs "Produktionstechnik" - welcher übrigens nur 45 Prozent des Depotbestands ausmacht - wurden für die Ausstellung durchgesehen. "'Arbeit' ist einem Kind schwieriger zu erklären als jede Lokomotive oder alle technischen Geräte der Welt", so die Museumsdirektorin Gabriele Zuna-Kratky.

 

   Teddybärenfabrik und Baustelle

 

   Der Bezug zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist permanent gegeben. Das Modell einer Wiener Textilmanufaktur steht Informationen über Kinderarbeit in der heutigen Textilindustrie gegenüber. Anstatt in nachgebauten Werkstätten findet sich der Besucher in verschiedenen Arbeitskontexten wieder, in denen er selber aktiv werden darf. In der Teddybärenfabrik können Kinder sowohl Stress am Fließband als auch die Bedienung eines hochpräzisen Greifarms ausprobieren, der dem Stofftier ein Knopfauge einsetzen soll. In Kabinen lässt sich hautnah erfahren, wie heiß oder laut es am Arbeitsplatz sein kann. Auf der Baustelle ertönt bei richtiger Verkabelung wahlweise das Radio, leuchtet das Licht oder fahren die Jalousien hoch.

 

   "Wir wollten wirtschaftliche, gesellschaftliche Zusammenhänge, auch psychische und körperliche Auswirkungen von Arbeit aufzeigen", so Weitensfelder. Für Projektleiterin Bernadette Decristoforo macht das informelle Lernen, das gemeinsame Erleben und der Austausch darüber mit Erwachsenen einen wichtigen Teil aus. "Kinder kennen nur die Trennung 'lustvoll-leidvoll', nicht jedoch das Arbeits-Freizeit-Konzept der Erwachsenen", meint sie.

 

   Zur Vor- oder Nachbereitung hat das Museum auch ein Arbeitsheft entwickelt, das in der Ausstellung erworben werden kann. Auch ein Quiz gibt es: die Besucher müssen nach sogenannten QR-Codes Ausschau halten und sie auf (das eigene oder) zur Verfügung gestellte Smartphone herunterladen und Fragen zur Schau beantworten.

 

   Erstmals in Wien zu sehen ist in der Ausstellung ein "bionischer Rüssel", entwickelt vom Automatisierungsunternehmen Festo. Vom Elefantenrüssel inspiriert, ermöglicht der bionische Handling-Assistent durch seine Struktur und Nachgiebigkeit das gefahrlose Zusammenarbeiten von Mensch und Maschine.

 

   Service: Sonderausstellung "In Arbeit" - Mitmachausstellung für 6-12-Jährige bis 24. Juni 2012. Katalog zur Ausstellung:

ISBN-978-3-85033-586-7, 190 Seiten, 24,90 Euro