28.10.2011

Naturhistorisches Museum zeigt "Leben in Extremen"

Wien (APA) - Im Naturhistorischen Museum Wien (NHM) kann man sich ab sofort in die vielfältigen Überlebensstrategien von Tieren vertiefen, die sich an extreme Lebensbedingungen angepasst haben.

Die Sonderausstellung "Xtremes - Leben in Extremen" stellt evolutionäre Anpassungsmechanismen in den Vordergrund, die es ermöglichten, dass das Leben in fast allen Nischen unseres Planeten Einzug hielt. Bundespräsident Heinz Fischer hat die bis 26. April 2012 laufende Sonderschau eröffnet.

 

   An den meisten Orten, an denen Extrembedingungen bezüglich Temperatur, Licht, Wasser- und Sauerstoffvorkommen oder Druck herrschen, habe man bereits tierisches Leben vorgefunden, so der Leiter der Sägetiersammlung des NHM, Frank Zachos. Eine besonders spezielle Form der Anpassung an das Leben in extrem kaltem Wasser habe beispielsweise der antarktische Seehecht vorzuweisen. In seinem Blutkreislauf befindet sich eine Art Frostschutzmittel, dessen Proteine an kleinen Eiskristallen andocken und auf diesem Weg Schäden für den Organismus verhindern. "Das Leben findet einen Weg mit widrigsten Bedingungen umzugehen", so der Wissenschafter, der hervorhob, dass es in der Ausstellung vor allem darum geht, diese enormen Leistungen zu illustrieren.

 

   Auch Mensch entwickelt Anpassungsstrategien

 

   Der Generaldirektor des NHM, Christian Köberl, verwies darauf, dass anhand der in der Ausstellung vorgestellten Adaptionsstrategien vor allem Mechanismen der "Evolution sehr deutlich sichtbar" würden.

Für Fischer ist es "immer wieder faszinierend zu sehen, welche Schutzmechanismen die Natur entwickelt hat, um selbst in den entlegensten Gebieten dieser Erde Fuß zu fassen". Der Bundespräsident strich in diesem Zusammenhang auch die menschlichen Anpassungsstrategien hervor und verwies auf die Nutzung technischer Hilfsmittel, die es uns mittlerweile ebenfalls erlauben an entlegene Orte unseres Planeten vorzudringen. Fischer würdigte die Bemühungen seitens des NHM, auch "junges Publikum für museale Arbeit zu begeistern" und hob in diesem Zusammenhang Kinder- und Jugendprogramme hervor.

 

   Bezüglich der Gestaltung setzt man neben klassischen Ausstellungsobjekten auf neuartige Kommunikationswerkzeuge wie interaktive Stationen und Spiele. Die Konzeption und Umsetzung habe etwa zwei Jahre in Anspruch genommen, erklärte Per Velk vom dänischen naturwissenschaftlichen Zentrum "Experimentarium", das die Schau gemeinsam mit Museen aus Belgien und den Niederlanden entwickelt hat. Man versuche hier Wissenschaft auf neue Art und Weise im musealen Kontext darzustellen, so der Forscher. Die Ausstellung war in ähnlicher Form bereits in einigen großen europäischen Häusern zu sehen und wird nach dem Naturhistorischen Museum in Deutschland Station machen.

 

   Service: "Xtremes - Leben in Extremen" bis 26. April 2012 im Naturhistorischen Museum Wien, http://www.nhm-wien.ac.at