02.12.2011

"Invent a Chip": Ideen zum Energiesparen prämiert

Wien (APA-ZukunftWissen) - Von der Idee zum fertigen Chip: Einen Einblick in die Entwicklung von Computerchips bietet der Wettbewerb "Invent a Chip". Heute, Freitag, wurden die Sieger des erstmals in Österreich durchgeführten Bewerbs für Schüler der Oberstufe im Festsaal der Technischen Universität (TU) Wien prämiert.

Ausgezeichnet wurden ein Mechanismus, mit dem sich Geräte im Standby-Betrieb nach einer bestimmten Zeit automatisch abschalten, ein Sensor, der regelmäßig die Wohnraumtemperatur misst und den Wert per Funk versendet, sowie ein in Steckdosen integrierter Chip zur Regelung des Energieverbrauchs. Mit Hilfe des Chipherstellers austriamicrosystems wurden die Ideen in Form echter Siliziumchips gefertigt.

 

   Den ersten Platz belegten laut der Aussendung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie Schüler der Höheren technischen Lehranstalt Steyr mit ihrem Mechanismus "Enhanced Integrated Power Off Timer (EIPOT)". Dabei werden Geräte wie Computer, Fernseher oder Ladegeräte im Standby-Betrieb nach einer gewissen Zeit bzw. Unterschreitung einer bestimmten Leistung automatisch ausgeschaltet.

 

   Funkthermometer helfen Heizkosten sparen

 

   Energiesparen kann man am wirkungsvollsten beim Heizen: Würde man genau wissen, wie die tatsächliche räumliche und zeitliche Temperaturverteilung ist, könnte man die Effizienz der Heizung und die Planung der Anlage verbessern, befinden zwei mit Rang zwei ausgezeichnete Schüler der HTL/TGM Wien. Die Idee hinter ihren "Wireless Temperature Sensors" ist, ein Funkthermometer extrem zu verkleinern und viele davon sehr kostengünstig im Gebäude zu verteilen.

 

   Auch die dritte prämierte Chip-Idee dreht sich um die Drosselung des Energieverbrauchs: Um diesen zu senken, haben Schüler der HTL BULME Graz ein "Jack Energy Meter" entwickelt. Ein Chip in jeder Steckdose misst den Energieverbrauch, die Daten werden mit einem Funknetz-Standard-Modul (ZigBee) zu einem zentralen Computer zur Analyse und graphischen Darstellung gefunkt. Ein integrierter Prozessor sorgt für die Übermittlung der Messdaten und ermöglicht es auch, die Steckdose auszuschalten.

 

   Wer keine Chip-Idee hatte, konnte einen kniffligen Fragebogen beantworten. Als "engagierteste Schule" mit den meisten eingesandten Fragebögen wurde die HTL Hollabrunn ausgezeichnet. Fragebogen-Sieger wurde ein Schüler aus dem TGM Wien. Mit Franz Parzer von der HTL Steyr wurde der "engagierteste Lehrer" gewürdigt.

 

   Preisverleihung im Rahmen von ENIAC-Treffen

 

   Der Wettbewerb "Invent a Chip" läuft in Deutschland seit zehn Jahren und wurde im Vorjahr erstmals vom Institut für Computertechnik (ICT) der Technischen Universität Wien, dem BMVIT sowie der Gesellschaft für Mikroelektronische Systeme (GMS) im Österreichischen Verband für Elektrotechnik (OVE) in Zusammenarbeit mit dem Unterrichtsministerium (BMUKK) nach Österreich geholt.

 

   Die Preisverleihung erfolgte laut BMVIT im Rahmen eines ENIAC-Treffens (European Nanolectronics Initiative Advisory Council

- Europäische Technologieoffensive). ENIAC-Austria ist eine

Forschungs- und Entwicklungsplattform für die heimische Mikro- und Nanoelektronik und hat die Stärkung des Standorts Österreich, eine bessere Vernetzung von Industrie und Universitäten sowie die Förderung des Forschungsnachwuchs zum Ziel.

 

   Insgesamt gab es 158 Einsendungen, davon 60 Chipideen.

 

   Derzeit läuft die Ausschreibung für die Runde 2011/2012, Chipideen dafür müssen bis 21. Dezember 2011 eingereicht werden.

 

   Service: http://www.invent-a-chip.at