07.10.2011

Risiken im Internet für Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche surfen nicht nur am heimischen PC. Viele mobile Geräte wie Handys oder MP3-Player haben heute WLAN-Zugang und Internetbrowser. Eltern haben kaum noch eine Kontrolle darüber, wann und wie ihre Kinder ins Internet gehen. Und das kann böse Folgen haben.

Hier das coole Onlinespiel ausprobieren, da der Oma die Fotos von der Klassenfahrt mailen, dort das witzige Video anklicken, und für die Hausaufgaben noch schnell was googeln. Schon Grundschüler nutzen heute ganz selbstverständlich das Internet. Doch nur ein paar Mausklicks weiter wird es schnell unappetitlich oder gar kriminell, warnt Urs Mansmann vom Computermagazin c’t: "Kinder sind nicht misstrauisch. Deswegen muss man Kinder – nicht nur im Internet, sondern generell – besonders gut schützen, bis sie gelernt haben, mit Gefahren umzugehen, und im Internet gibt’s sehr, sehr viele davon. Das sind einmal Gefahren für den Geldbeutel, und das können auch Gefahren sogar für Leib und Leben sein, beispielsweise wenn man sich mit einem anonymen Chatpartner heimlich irgendwo trifft.“

Wann Alarmglocken schrillen sollten

Bei kleineren Kindern ist es noch relativ einfach, sie mit speziellen Filterprogrammen von ungeeigneten Inhalten fernzuhalten. Aber wenn der Sprössling erst mal anfängt, sich Musik und Filme aus dem Netz zu saugen, sollten bei Eltern die Alarmglocken schrillen, rät der c't-Experte: "In dem Moment, wo ich anfange, mit einer Tauschbörse einen solchen Titel herunterzuladen, und das erste Fragment ist da, biete ich das schon zum Upload an, kann über die IP-Adresse geortet werden, und dann flattert mir, wenn ich ein bisschen Pech habe, eine Abmahnung ins Haus, das sind mehrere hundert Euro Kosten.“

Ähnlich unbedarft gehen viele Kinder und Jugendliche mit den Informationen um, die sie in sozialen Netzwerken wie Facebook oder SchülerVZ veröffentlichen. Urs Mansmann: "Ich will nicht, dass andere wissen, dass meine zwölfjährige Tochter das erste Mal alleine zuhause ist. Und ich möchte nicht, dass die Fotos von meinem 17-jährigen Sohn, der sich das erste Mal auf einer Party so richtig die Kante gibt, auch noch Jahre später abrufbar sind.“ Deswegen ist es wichtig, dass Eltern sich darum kümmern, was ihre Kinder online so treiben. Schwierig wird das allerdings, wenn der Nachwuchs außer Haus surft.

 

Kinder an die Hand nehmen

Vielen Eltern ist gar nicht klar, dass man mit einigen marktüblichen MP3-Playern ins Internet gehen kann. Und auch das onlinefähige Handy gehört nicht unbedingt in Kinderhand, warnt der c’t-Redakteur: "Wenn ich einem Kind so ein Smartphone in die Hand drücke, dann muss es alt genug sein, damit umzugehen. Ein Acht- oder Neunjähriger, dem sollte man kein Smartphone in die Hand drücken, das Gerät kann viel zu viel, damit kann so ein kleines Kind nicht umgehen, da muss man noch viele Jahre warten.“

Auch im wirklichen Leben nimmt man Kinder schließlich an die Hand, bis sie gelernt haben, nicht blindlings über die Straße zu laufen.