24.06.2011

Schwimmendes Science Center legt in Österreich an

Wien/Krems/Linz (APA) - Mit der "MS Wissenschaft" legt heuer zum zweiten Mal ein schwimmendes Science Center in Wien, Krems und Linz an. Das umgebaute Frachtschiff ist seit 2003 in Deutschland mit jährlich unterschiedlichen Forschungsthemen unterwegs. Auf Initiative des Wissenschaftsfonds FWF und mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums kommt das Schiff seit dem Vorjahr auch nach Österreich. Heuer widmet sich die interaktive Ausstellung der Gesundheitsforschung, Exponate kommen auch von der Medizin-Uni Wien.

 

   Vom heutigen Freitag (24.6.) bis kommenden Dienstag (28. 6.) hat das 100 Meter lange Ausstellungsschiff in Wien beim Millennium Tower festgemacht, am 29. und 30. Juni legt es in Krems-Stein an und und dann geht die Fahrt weiter stromaufwärts bis Linz, wo man vom 2. bis 4. Juli beim Lentos Kunstmuseum die Schau besuchen kann. Kinder ab zwölf Jahren, Jugendliche und Erwachsene sind von 10.00 bis 19.00 Uhr bei freiem Eintritt zum Ausprobieren, Mitmachen und Mitforschen eingeladen.

 

   Die Besucher können bei vielen Exponaten selbst aktiv werden und Gesundheitsforschung "begreifen". So erfährt man anschaulich mit dem Schlüssel-Schloss-Prinzip der Niere, was im Körper passiert, wenn man Durst hat, oder welche Vorgänge im "egoistischen Gehirn" zu Übergewicht führen können. Ein überdimensioniertes Bakterium lässt sich ebenso in die Hand nehmen wie ein großer Virus.

 

   MedUni mit zwei Projekten vertreten

 

   Wissenschafter der Medizinischen Universität Wien sind in der Schau mit zwei Projekten vertreten: Siegfried Trattnig vom Exzellenzzentrum für Hochfeld Magnetresonanz zeigt, wie Bandscheibenschäden schon im Frühstadium sichtbar gemacht werden können und Christine Mannhalter vom Klinischen Institut für Labormedizin widmet ihre Präsentation den Blutplättchen und ihren Vor- und Nachteilen.

 

   Grundlagenforschung sei ein öffentlicher Auftrag und es sei wichtig, den Steuerzahler darüber zu informieren, was mit dem dafür eingesetzten Steuergeld passiere, betonte die Leiterin der Forschungssektion im Wissenschaftsministerium, Barbara Weitgruber am Freitag bei einer Pressekonferenz. Es bedürfe der Wissenschaftskommunikation, die dabei helfe, "die Akzeptanz für Wissenschaft zu steigern und Verständnis für Zukunftstechnologien zu schaffen", sagte Weitgruber, auch unter Hinweis auf die Ergebnisse einer Eurobarometer-Umfrage, wonach mehr als die Hälfte der Österreicher glauben, es sei nicht wichtig, über Wissenschaft und Forschung informiert zu sein.

 

   "Müssen klar machen, wofür wir Gelder verwenden"

 

   Auch FWF-Präsident Christoph Kratky betonte, dass es in ganz Europa eine "Rechtfertigungsdebatte" gebe: "Die Wissenschaft bekommt öffentliches Geld und wir müssen klar machen, wofür wir es verwenden." Dies sei nicht zuletzt aufgrund der großen Nachwuchsprobleme in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern wichtig.

 

   Für Herbert Münder, Geschäftsführer der deutschen "Wissenschaft im Dialog GmbH", die für das Ausstellungsschiff verantwortlich zeichnet, geht es darum, möglichst viele Menschen mit der Schau zu erreichen. Im Vorjahr hat die "MS Wissenschaft" mit einer Ausstellung zum Thema "Energie" mehr als 100.000 Besucher angelockt, alleine 11.000 in Österreich - was laut Kratky damit die mit Abstand erfolgreichste Wissenschaftskommunikations-Aktivität des FWF gewesen sei.

 

   Service: Mehr im Internet unter

http://www.fwf.ac.at/de/public_relations/press/pa20110526.html