14.05.2012

Wiens erste Pop-Akademie eröffnet im Herbst

Wien (APA) - Wien ist, wenn es um Musik geht, für Klassik bekannt. Das könnte sich bald ändern: Ab Herbst 2012 wird - im Rahmen einer von der Stadt initiierten Reform der Musikausbildung - im Gasometer die erste Pop-Akademie starten, verkündete Schulstadtrat Christian Oxonitsch (S) in einer Pressekonferenz am 14. Mai. Mit diesem neuen Ausbildungszentrum, das von einem privaten Partner betrieben wird, soll das Angebot im Musikunterricht erweitert werden. Hauptzielgruppe sind vor allem Zwölf bis 18-Jährige, die ihr Können ausbauen und spezialisieren möchten, wie betont wurde.

 

   Unter dem Titel "Zukunftsbild Musik in Wien 2015+" hatte die MA 13 für Bildung und Jugend im vergangenen Oktober an allen Schultypen eine Umfrage mittels Fragebögen gestartet. Dabei ging es vor allem darum, das aktuelle  Musikausbildungsangebot in Wien abzubilden.

Insgesamt wurden 10.000 Fragebögen an alle Schultypen verschickt, wovon 7.900 zurückkamen.

 

   Hoher Anteil an Nachwuchsmusikern

 

   "Die Ergebnisse haben uns überrascht. Der Versorgungsgrad der Wiener Kinder und Jugendlichen in der Musikausbildung ist höher als erwartet", hob der Stadtrat hervor. Insgesamt lernen 26 Prozent der Schüler ein Instrument, wobei Klavier und Gitarre am beliebtesten sind. Elf Prozent der insgesamt 7.900 Befragten nehmen Singunterricht. Spitzenreiter waren dabei die Allgemein Höherbildenden Schulen (AHS) mit rund 35 Prozent, gefolgt von der Neuen Mittelschule (24,4 Prozent). Viel weniger Musikangebot gibt es laut der Umfrage an Hauptschulen (19,1 Prozent) und Polytechnischen Schulen (14,1 Prozent).

 

   "Wie die Ergebnisse klar zeigen, müssen wir verstärkt an der Niederschwelligkeit der Angebote und der sukzessiven Integration von Musik in den Unterricht arbeiten", erklärte Oxonitsch. Außerdem ist eine zentrale Ansprech- und Beratungsstelle für das gesamte Musikausbildungsangebot geplant. Wiener Musikschulen (öffentliche sowie private, Anm.) würden daher gemeinsam mit etablierten Wiener Orchestern an Strategien arbeiten, den Stellenwert der Musikstadt Wien und das Angebot auszubauen, hieß es.

 

   Neues Angebot

 

   Popular- und Weltmusik zu erlernen, war bisher Mangelware: "Diese Lücke schließen wir heuer im Herbst", zeigte sich Oxonitsch, der laut eigenen Angaben als Jugendlicher selbst einmal Pop-Musiker werden wollte, erfreut. Im Wiener Gasometer, Turm B, werden zu Beginn des kommenden Schuljahres 120 junge Musiker ausgebildet.

Träger der Einrichtung ist die Johann Sebastian Bach Musikschule der Diakonie: "Unsere Zielgruppe sind die Zwölf bis 18-jährigen, die in einer Band spielen oder etwa Songschreiben lernen wollen", betonte der künftige Leiter Hanns Christian Stekel. Neben Instrumentalunterricht und Studioarbeit soll es auch Workshops mit bekannten Musikern geben, kündigte Stekel an.

 

   Anmelden können sich alle Musikinteressierten zwischen zwölf und 18 Jahren bis 15. Juni per E-Mail an mail@bach-musikschule.at oder direkt in der Johann Sebastian Bach Musikschule. Voraussetzungen sind gute Kenntnisse in einem Instrument sowie, so hieß es, hohes Engagement.

 

   Die Stadt Wien unterstützt den Aufbau des Ausbildungszentrums für Popular- und Weltmusik mit insgesamt 1,2 Mio. Euro. Für die Schüler werde es bei Bedarf Stipendien geben, versprach Stekel. Die Kosten der speziellen Musikausbildung würden pro Jahr zwischen 810 und 950 Euro betragen.

 

   Service: Informationen zur Pop-Akademie finden Sie unter http://www.bach-musikschule.at